Nein,

ich habe mit dem stundenlangen Komplettausfall bei T-Mobile nichts zu tun ;-)

Ich betrachte es aber als eine Art Probelauf für den 21.6.

Fast Satire dieser Teil eines Artikels aus der “Welt”:

“Für kurze Zeit war Deutschland nun wieder in die Prä-Handy-Zeit zurückversetzt worden. Keine Anrufe, keine SMS. Ein Notfall, befand ein hessischer Radiosender. Und ließ eine besorgte Mutter übers Radio verkünden, dass sie sich Sorgen um ihren Sohn mache. Ein Feuerwehrmann wiederum versuchte über den Sender seinen Kameraden zu erreichen. Sogar die Bundesregierung sah sich zu einem Statement genötigt: „Die Kanzlerin ist jederzeit erreichbar“, beruhigte der Regierungssprecher das Volk.”

und

“Doch nicht alle lahm gelegten Telefonierer waren so entsetzt: „Endlich Ruhe im Biergarten und kein ständiges Handygebimmel“, befand ein Online-Kommentator. Ein anderer jubelte „Danke Telekom“ und schrieb: „Meine Träume vom ganz großen Lottogewinn beginnen immer damit, dass ich mein Blackberry in hohem Bogen in ein tiefblaues Meer werfe. Der heutige ruhige Nachmittag bei schönstem Sonnenschein hat mir einen Vorgeschmack auf die Verwirklichung des schönen Traums gegeben.“”

In zwei Monaten also der komplette Tag ohne Medien… Meldet Euch bei mir, wie sonst soll ich wissen, wer mitmacht? Hier in den Kommentaren, bei Facebook (siehe unten) oder unter uschi@medienverzicht.de 

Als kleinen Anreiz verlose ich unter allen Teilnehmern ein paar solche Tassen: (Die ich gestern gesehen habe und ja perfekt passen)

tasse-testbild-gross1.jpg

20.30 Uhr: noch 11 Besucher auf www.medienverzicht.de, dann ist das Tausend voll!!!! Ob das heute noch klappt? Ist auf jeden Fall viel schneller als ich gedacht hätte - genau nach 4 Wochen

 22:39: 1001 !!!!

Gerätselt

habe ich seit gestern, wie es kommt, dass die Zugriffszahlen plötzlich für meine Verhältnisse hier “explodieren” (heißt immerhin 230 Besucher an zwei Tagen laut Webzähler - wobei die interne Webstatistik bei 1und1 sogar die dreifache Besucherzahl ausweist). Ich glaube, es ist tatsächlich vor allem Twitter. Da mache ich eine Studie über Medienverzicht und fange langsam an, selbst mediensüchtig zu werden. Hochinteressant, wie sich so eine Aktion langsam herumspricht. Ich freue mich riesig. Auszüge aus den heutigen Reaktionen:

Eine Facebook-Veranstaltung, ins Leben gerufen von dem mir bis heute unbekannten Stefan aus der Schweiz: http://www.facebook.com/event.php?eid=75711163223&ref=mf

Ähnliches hat Nicole auf StudiVZ vor. Sie schreibt: “Mir kam in den Sinn, eventuell darüber eine Gruppe zu erstellen (solche Nachrichten bekommen, wie bekannt - oftmals den Eindruck von Kettenmails, die eh keiner liest). Die Gruppe soll dazu dienen, Interessenten auf Ihre webpage weiter zu leiten, und möchte Sie hiermit gerne um Erlaunis bitten, die Gruppe zu erstellen. ”

Herzlich gerne, Nicole!!

Getwittert wurde zum Beispiel hier http://twitter.com/medienticker und hier http://twitter.com/eins78.

Ebenfalls, dank, dank, dank…

Eine Woche

ohne Medien ab morgen schlagen www.adbusters.org vor. Im Arbeitsleben zu lange, finde ich, deswegen habe ich mich auf einen Tag am Sonntag den 21.6. beschränkt. Die Seite von adbusters ist hervorragend - unter anderem dieser Film: http://www.adbusters.org/abtv/information_deformation.html.

Und weil ich heute wieder gefragt wurde: Jeder kann hier schreiben, einfach unter jedem Absatz bei “Kommentar” klicken. Eine Registrierung ist möglich aber nicht notwendig. Mit Registrierung können nach Freischaltung auch eigene Beiträge geschrieben werden, die nicht nur unter “Kommentar” erscheinen.

Darf

man noch sagen, dass man das ganze Twitter-Gezwitscher noch nicht ganz verstanden hat? Wenn nicht hier, wo dann… Umso erstaunlicher und natürlich auch erfreulich, dass google meine Seite jetzt sogar auf Twitter findet. Dank an die Poster vom Jugendinfo Stuttgart.

Ostern

bei so einem Wetter - wer braucht da schon Medien?

Bei Mediaculture-Online wird trotzdem gearbeitet - dankenswerterweise

http://www.mediaculture-online.de/Details.305+M5bac56f33ef.0.html

eine spannende Idee ist auch diese Webseite, erst seit kurzem auf dem Markt: (wie oft habe ich als Nachrichtenjournalistin schon gehört, “wo sind denn die guten Nachrichten”?)

 http://www.wesmile.de/ueber.html

Schulen,

Lehrer und Schüler können sich hier unter “Kommentare” melden. Die Aktion ist ja prädestiniert für Klassen, Schulen und Familien. Macht Ihr mit?

Langsam

läuft die Aktion an. Aktuell freue ich mich über http://buschek.de/ und

http://www.jugendnetz.de/public/news?id=2780 und

http://www.moderneunternehmenskommunikation.de/wordpress/engagement_campaigning/campaigning/passend-zur-karwoche-aufruf-zur-askese/

sowie http://lehrer.eduhi.at/philosophie/index1.php und

http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/news/?p=120

Die one-week-no-media und die Aktion 40 Tage Ohne stehen ja bereits rechts bei den Links.

Heute

bin ich erneut gefragt worden, was so ein medienfreier Tag denn bringen soll. Dazu kann ich nur immer wieder betonen: wen die Aktion nicht anspricht, der muss und braucht natürlich nicht mitmachen. Andere benötigen keine Erklärung, sind gleich Feuer und Flamme. Warum dies so ist, gilt es herauszufinden. Möglicherweise ist es so ähnlich wie beim Rauchen, Fast Food Essen und Alkohol trinken – wer jederzeit aufhören kann, muss sich nicht beschränken. Der wundert sich, dass dies für andere sogar Thema ist. Allerdings: dass man jederzeit aufhören kann, könnte auch eine Illusion sein… 

Wie auf der Seite http://www.medienverzicht.de/Medienlos beschrieben, kann jeder von einem medienlosen Tag profitieren, wenn er es denn will: Echte Kommunikation mit echten Menschen statt vor der Glotze sitzen, einen entspannten Tag erleben, ohne schlechte Nachrichten und dauerndem E-Mails checken. Selber erleben statt ein Leben aus Zweiter Hand. Und dass die Aktion an einem bestimmten Tag stattfindet ist natürlich mehr oder minder symbolisch, bündelt aber das gemeinsame Interesse vieler Menschen, die möglicherweise ohne diesen Anstoß ein solches Experiment gar nicht erst durchführen würden. Insgesamt richtet sich die Aktion nicht gegen Medien, sondern gegen einen maßlosen Konsum und die Folgen daraus.   

Lieber auf den Partner verzichten

als auf das Internet?! Laut der aktuellen Bitkom-Studie Webciety könnten von den 14- bis 29-Jährigen 57 Prozent auf ihren Partner verzichten, aber nur 16 Prozent würden ohne das Internet auskommen und drei Prozent ohne Handy! Nach jüngsten Zahlen von ARD und ZDF gingen im Jahr 2008 rund 66 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren mindestens gelegentlich ins Internet. Bei den 14-29-jährigen sind es über 95 Prozent.

Vielen Menschen

fällt es leichter, ein Vorhaben in die Tat umzusetzen, wenn sie ein konkretes Datum setzen, gesetzt bekommen oder es mit anderen Menschen gemeinsam planen. Für manchen wird die Idee, herauszufinden, wie das Leben sich inzwischen noch ohne Medien meistern lässt, neu sein. Andere haben vielleicht schon länger den Gedanken, ihren Medienkonsum manchmal oder immer gezielt einzuschränken. Etwa weil sie beim Fernsehen oder beim Internetsurfen kein Ende mehr finden, weil sie keine Zeitungsstapel mehr sehen wollen, die sich unablässig ansammeln, weil sie eine Dauerberieselung mit Musik und so mancher albernen Moderation im Radio nicht ertragen können oder nicht zuletzt weil die Zeit für und die Qualität von echten Beziehungen unter ihrem Medienkonsum leidet.

Was wäre, wenn eine ganze Schulklasse am 21.6. auf Medien verzichten würde. Oder eine ganze Schule. Oder ein Betrieb. Oder ein ganzer Ort? Feste könnten stattdessen gefeiert werden, Ausflüge geplant, gezielt Vorbereitungen getroffen werden. Meldet Euch bei mir!