WDR 5

ist am Samstag, 15.5.2010 ab 9.20 bis 10 Uhr Pflichtprogramm für alle Mediendiät-Interessierten… “Wo ist der Mittelweg zwischen immer erreichbar und Abstinenz” ist das Thema in der Radio-Sendung Funkhaus Wallrafplatz. Wir hören uns!

FASTENZEIT

Es ist wieder soweit - die “zügellosen Tage” sind vorbei, die Fastenzeit beginnt. Viele nutzen die Wochen bis Ostern, bestimmte Lebensmittel wegzulassen, generell Gewicht abzubauen oder auch andere Dinge im Überfluss - oder überflüssige Gewohnheiten - abzulegen. Seit einigen Jahren ist auch das Medienfasten immer populärer geworden. Das ein oder andere Medium bewusster zu nutzen, ab und zu wegzulassen oder sogar ganz darauf zu verzichten, ist eine Erfahrung, die man erst selbst machen muss, um zu wissen, wie positiv sie sich auf das Leben auswirken kann.

Schreibt mir doch, ob Ihr Euch der Herausforderung stellen wollt, wie lange ihr glaubt, das durchzuhalten und wie ihr auf diese Aktion aufmerksam wurdet.

Dank an den Saarländischen Rundfunk - ein Interview auf SR 1 läuft in der Frühsendung am Aschermittwoch.

Schon soooo

viele haben mich auf die Aktion angesprochen und von ihrer erfolgreichen Teilnahme erzählt. Leider schreiben es aber nicht so viele auf und hier rein… Also, nur Mut!!

Na, wie wars?

Die Aktion Tag Ohne Medien ist vorerst vorbei. Am 21.6. war der medienfreie Tag und jetzt bin ich gespannt, wie es Euch dabei ging.

Puh, ich muss zugeben, für mich - obwohl Gründerin der Aktion - war es schon eine Herausforderung - oder noch jemand, der mit einem gebrochenen Fuß bei Regenwetter zu Hause saß? Und eines ist mir bewusst geworden - Ich gehöre offenbar wirklich zu den mediensüchtigen Menschen. Dass es solche Ausmaße angenommen hat, war mir bisher nicht klar. Immer wieder habe ich mich dabei ertappt, wie mein Finger in Richtung Computer wanderte oder ich gerade den Fernseher anschalten wollte. Stopp - da war doch was. Nein, mal auch die Musik auslassen… Natürlich, würd keiner merken, dass ich geschummelt habe - außer ich selbst. Und genau das ist der Punkt. Die Aktion ist ein Stück Selbsterfahrung und Selbstdiziplin. Einen Jordanier habe ich mal zu Ramadan gefragt, warum er sich so strikt an die Vorgaben hält, würde doch keiner mitkriegen, wenn er jetzt mitessen würde. “Ja aber ich schon” hat er geantwortet. “Und darum geht es”.

Ruhig war es gestern. Sehr ruhig. Manchmal schon fast beängstigend ruhig. Als ich aber diesen Punkt überwunden hatte, an dem ich normalerweise längst irgendeinen Apparat eingeschaltet hätte, wurde es sehr entspannt. Und friedlich. Seit langem habe ich mal wieder eine Ahnung davon bekommen, was ich früher empfand, wenn es mir langweilig war. Keine Ablenkung, keine schlechten Nachrichten, aber vor allem: Keine Zerstreuung. Das heißt: Kein Stress, volle Konzentration, kein Multitasking, keine Verwirrtheit (ich wollte doch gerade noch nach etwas googlen - da war doch was - was war das nochmal, ah, eine neue mail, was läuft da gerade im Fernsehen, wollte doch gerade die mail lesen, was schreibt er, ich soll mal den link anschaun, ach ja, da war doch auch noch ein anderer link, den ich vorher noch genau ansehen wollte, da ist ja schon wieder eine neue mail, was sagt der da im Fernsehen gerade? Sollte ich schnell mal an den und den mailen - uaaaaaahh). Mein Bücherregal fand ich gestern übrigens sehr interessant… Und heute früh habe ich voller Begeisterung den Computer angeschaltet. Immerhin widerstand ich der Versuchung, ihn gestern um 24 Uhr anzumachen. Flatrates sind ein zweischneidiges Schwert. Und ich bewundere Medienverweigerer…

Ja, es mag sein, dass es vielen Menschen nicht so geht wie mir. Da freue ich mich für sie, ich hätte auch gerne etwas mehr Disziplin im Umgang mit Medien. Oder weniger Interesse an all den Dingen oder andere Gründe, keinen medienfreien Tag brauchen zu müssen. Aber wie ich ja inzwischen weiß, gibt es auch sehr viel Interesse und Motive, sich an solch einem Tag zu beteiligen - sei es ein bestimmter vorgegebener Tag wie dieser, ein selbstgesetzter Tag im Monat/in der Woche etc. Auf jeden Fall lasse ich diese Seite erst einmal online. Und ich überlege ernsthaft einen neuen medienfreien Tag auszurufen. So viele Menschen haben ja noch nicht davon gehört, denn es braucht Zeit, so eine Aktion zu etablieren. Wie seht Ihr das? Alle 3 Monate ein Tag ohne Medien? Zum Beispiel immer zum Wechsel der Jahreszeiten. Öfter? Weniger oft? Nicht jeder braucht ein konkretes Datum, aber manche von uns “funktionieren” nur noch über Termine…

Ich bin dann mal weg

aber nur 24 Stunden… ;-)

Nur noch ein paar Stunden

dann soll der Computer aus und der Fernseher abgeschaltet werden. So langsam merke ich selber, was ich uns da eingebrockt habe. Es ist nämlich überhaupt nicht einfach, besonders wenn man mit einem gebrochenen Bein zu Hause sitzt, 24 Stunden die Medien mal Medien sein zu lassen. Hab mir sogar ernsthaft überlegt, ob ich mir anlässlich dieses Gebrechens einen “Jaindiesemfalldarfstdunatürlicheineausnahmemachen-Schein” ausstellen soll. Wow, muss ich süchtig sein.

Und genau darum gehts ja auch. Bewusst machen, wie stark wir von den Medien abhängig sind. Sicher gibt es noch Menschen, die diesem Diktat nicht oder kaum unterliegen, aber - soweit kann ich das inzwischen sagen - viele sind es nicht.

Was bedeutet es, wenn mir die meisten Interessenten nur eine persönliche Mail geschrieben haben und hier nicht im Kommentar auftauchen wollten? Und wenn, nur mit Pseudonym… Wie soll ich es deuten, wenn ich mich in Mails beschimpfen oder zumindest angreifen lassen muss im Rahmen der Aktion? Da werden Medien mit Nahrungsmitteln verglichen und gleichzeitig der Sinn solch einer Aktion in Frage gestellt, der Vogel gezeigt, etc.

 Umgekehrt die Bedenken: Ausgerechnet an einem Tatort-Tag; ja soll ich denn das Autoradio dann auch auslassen?; Puh, gerade das Internet wird schwer werden; ich muss da arbeiten und kann deswegen nicht mitmachen, gilt ein Buch auch als Medium? etc. etc.

Das Wetter spielt nicht gerade mit - oder doch? Hätte man bei schönem Wetter den Medien einfach entfliehen können, wirft Regen uns jetzt auf uns selber zurück.

 Viel Glück!!!

Und vor allem - schreibt mir, wie es war

Das Wetter

ist bei einem medienfreien Tag nicht unerheblich - soll ja recht durchwachsen werden am Sonntag. Aber, zu leicht soll es ja auch nicht sein…

Übermorgen ist es soweit

Was nehmt Ihr Euch für den Sonntag vor?

In vier Tagen

gehts los…

Dabei gehts doch nur um einen einzigen Tag ohne Medien.

Puh

ich für meinen Teil kann sagen, wird schwer, am Sonntag ohne Medien auszukommen. Gebrochener Fuß, Mailverkehr etc. “Darf” ich jetzt als Veranstalterin der Aktion außen vor bleiben? Oder gerade nicht?

Letzteres, denke ich…